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Woran muss man denken, bevor man sich ein Tier anschafft?

Welches Tier passt am besten in die Familie? Hat ein Familienmitglied eine ausgesprochene Abneigung beispielsweise gegen Katzen oder auch eine Allergie, muss darauf unbedingt Rücksicht genommen werden. Eine Alternative sind Zierfische oder Vögel.

Wie viel Platz braucht das Tier? Die Größe der Wohnung? spielt eine erhebliche Rolle. Ein Hund braucht mehr Platz als eine Maus. Das Tier muss artgerecht gehalten werden.

Bevor Sie sich ein Tier anschaffen, sprechen Sie unbedingt mit dem Wohnungseigentümer. Die Haltung von Kleintieren ist in einer Mietwohnung grundsätzlich erlaubt. Mit einem Hund oder einer Katze aber muss der Vermieter einverstanden sein.

Was kostet das Tier? Nicht nur die Anschaffung des Tieres kostet, auch Futter, Käfig oder Aquarium, Katzenstreu, eventuelle Tierarztkosten ... Gründliche Information vor Anschaffung des Tieres schützt Sie vor bösen Überraschungen.

Wer versorgt das Tier in den Ferien? Gibt es eine nette Nachbarin oder Freunde, die das Tier bei Abwesenheit füttern? Überlegen Sie, wie lange Sie sich an ein Haustier binden wollen. Viele Tiere leben länger als die Begeisterung der kleinen Tierfreunde anhält. Kleintiere leben einige Jahre. Hunde und Katzen können weit über 10 Jahre alt werden. Schildkröten sind oft beim Auszug des Sprösslings noch in der Blüte ihrer Jahre.

Wie viel Pflege braucht das Tier? Ein Hund muss in der Regel dreimal täglich spazieren gehen. Er muss gefüttert, sein Fell gepflegt werden. Bei einer Katze kommt zum Füttern und Pflegen das Reinigen des Katzenklos hinzu. Bei Kleintieren und Vögeln muss der Käfig regelmäßig gereinigt werden.

Manche Tiere wie Meerschweinchen und Zwergkaninchen sind gesellig und fühlen sich zu zweit am wohlsten. Achten Sie darauf, dass Sie gleichgeschlechtliche Tiere anschaffen (falls Sie keinen Zuwachs möchten).

Wie wär’s mit einem Probelauf? Vielleicht können Sie das Tier von Nachbarn oder Freunden in Pflege nehmen. Oft merkt man sehr schnell, mit welchen Eigenheiten eines Tieres man nicht zurechtkommt.



Welche Tiere sind geeignet?

Ab dem Kindergartenalter sind Kleintiere wie Meerschweinchen oder Zwergkaninchen geeignete Spielgefährten.
Sie sind leicht zu halten und gewöhnen sich schnell an Menschen.

Weniger geeignet sind Goldhamster. Sie sind nachtaktiv und möchten tagsüber schlafen. Für sie ist es eine Quälerei, wenn sie zum Spielen aufgeweckt werden.

Katzen und Hunde sind Tiere für die ganze Familie. Kleine Katzen haben einen ausgeprägten Spieltrieb und sind sehr verschmust. Katzen sind eigenwillig und fordern Respekt. Hunde sind ideale Spielkameraden. Sie müssen täglich mehrmals Gassi geführt werden. Informieren Sie sich genau, welche Hunderasse Sie wählen.

Vögel sind als Streicheltiere wenig geeignet. Sie brauchen dennoch Zuwendung und Ansprache.

Wünscht sich das Kind ein Streicheltier, ist der Kauf eines Aquariums mit Zierfischen vermutlich erst einmal eine Enttäuschung. Das Schwimmen der Fische im Wasser hat oft eine beruhigende Wirkung auf Kinder.

Keinesfalls sollten Sie ein Tier einfach verschenken. Diese Überraschung ruft nicht immer Freude hervor.
Es handelt sich schließlich nicht um ein neues Spielzeug, sondern ein Lebewesen.

Die ganze Familie muss an der Entscheidung, welches Tier angeschafft wird, beteiligt sein.



Ein Segen für die Seele – Tiere und ältere Menschen

Tiere finden öfter den Weg in menschliche Herzen, als der Mensch selbst. Denn die Vierbeiner gehen völlig vorurteilsfrei an den Menschen heran. Hunden, Katzen, Meerschweinchen oder Kaninchen ist es egal, ob ihr Besitzer arm ist oder reich – hübsch oder hässlich. Und gerade ältere und auch kranke Menschen finden in den Tieren oft eine neue Aufgabe und einen neuen, treuen Begleiter.

Hunde zum Beispiel geben ihren älteren Besitzern das Gefühl noch gebraucht zu werden. Sie lassen sie wieder am Leben und an der Gesellschaft teilnehmen. Welcher Hundebesitzer kennt nicht die kleinen Gespräche, wenn man sich beim Spazierengehen im Wald trifft.

Häufig werden „Tiertherapien“ auch schon in Alterheimen und Krankenhäusern durchgeführt. Auf Grund der Hygiene wäre das vor einigen Jahren noch nicht denkbar gewesen. Aber inzwischen weisen immer mehr Heimleiter und Therapeuten auf den positiven Effekt hin, den die Tiere auf den Gesundheitszustand der Patienten haben – gerade auf Demenzkranke.

Diese Patienten, die oft ihre Umgebung nicht mehr wahrnehmen, spüren das warme, weiche Fell und die nasse Nase, die an ihren Händen schnuppert ganz deutlich. Therapeuten bemerken in solchen Situationen, dass die älteren Herrschaften wieder etwas munterer werden, lächeln und den Hunden versonnen über das Fell streicheln. Mit der Hilfe der Tiere geht so manches, was vorher nicht möglich schien.

Nicht selten kommt es heutzutage in Seniorenheimen vor, dass die Bewohner sich auch ein eigenes Tier halten dürfen, wenn nicht medizinische Gründe wie Allergien dagegen sprechen. Können die Heimbewohner sich nicht gänzlich allein um die Tiere kümmern, springen beim Füttern, Klo säubern oder dem Tierarztbesuch auch schon mal die Pfleger ein.

Speziell ausgebildete Hunde helfen Behinderten ihr Leben allein zu meistern. Sie holen im Notfall Hilfe, heben heruntergefallene Gegenstände oder Kleidungsstücke auf und öffnen und schließen sogar Türen. Die Ausbildung eines solchen Hundes kann bis zur Übergabe an den neuen Besitzer bis zu 10 000 Euro kosten.

Die Therapie mit Tieren wird seit Anfang der 60er Jahre wissenschaftlich erforscht. Doch bereits 1792 gab es in England eine Einrichtung für geistig behinderte Menschen, die die positiven Einflüsse der Tiere erkannt hat. Hier durften die Patienten Gärten pflegen und kleine Tiere halten.